Anita Gerhardter: „Unser Ziel ist es, eine Million Läufer an den Start zu bringen.“

Zitate-Service „Sport und Talk aus dem Hangar-7“ am 17. März 2025

WINGS FOR LIFE WORLD RUN

„Ich kann mich noch sehr gut an 2013 erinnern. Da habe ich bei unserem wissenschaftlichen Symposium erstmals unseren Wissenschaftlern vom Wings for Life Run erzählt und habe ihnen gesagt, dass wir da ein Event planen, dass das Potenzial in sich trägt, zu einem Game-Changer in der Rückenmarksforschung zu werden. Da lag sehr viel Unverständnis und Zweifel in den Augen. Wenn man jetzt zurückschaut, dann können wir schon stolz sein, was wir da geschafft haben.“
Anita Gerhardter über die Anfänge des Wings for Life World Runs.

„Ich war davon begeistert, als ich das erste Mal davon gehört habe. Ich bin so ein Bauchmensch und dieses Projekt, jeder Aspekt davon, hat sich so richtig und so gut angefühlt. Gott sei Dank habe ich das alles nicht analytisch betrachtet und behirnt. Hätte ich das gemacht, dann hätte der Wings for Life World Run niemals das Licht der Welt erblickt.“
Anita Gerhartder weiter über die Anfänge.

„Wir sind sehr stolz darauf, was wir da schon geschafft haben. Wir sind mittlerweile schon das größte Laufevent der Welt. Aber wir wollen natürlich noch mehr. Unser erklärtes Ziel ist es, dass wir innerhalb der nächsten paar Jahre eine Million Läufer am World-Run-Tag an die Startlinie bringen. Weil die Rechnung ist eine ganz einfache. Je mehr Läufer, desto mehr Spenden, desto mehr Projekte können wir finanzieren und desto eher kommen wir ans Ziel.“
Anita Gerhardter über die weiteren Ziele mit dem Wings for Life World Run.

„Als 2013 die Idee geboren wurde, war das etwas ganz Revolutionäres. Es hat noch nie ein Laufevent gegeben ohne Ziellinie. Wo die Ziellinie von hinten kommt, dich einholt. Das war etwas ganz Neues und dann auch noch die Zeit. Ein zeitgleicher Start auf der ganzen Welt. Am gleichen Tag zur gleichen Uhrzeit. Das war auch eine Herausforderung. Alleine das Datum zu finden, ist eine große Herausforderung, weil du eigentlich nur zwei Stunden am Tag hast, wo du das gleiche Datum promoten kannst.“
Alexander Höller über Schwierigkeiten bei der Planung.

„Ein Dank geht an Didi Mateschitz, der mich sehr stark unterstützt hat in den ersten Runden, wo wir auf die Suche gegangen sind, was es gibt und was man machen kann. Da sind wir dann zum Entschluss gekommen, dass es ein paar gute Ansätze gibt, aber es fehlt überall am Geld. Uns war klar, dass wir schauen müssen, dass wir die vielversprechenden Projekte weltweit alle weitertreiben, um irgendwann unser ganz großes Ziel, Querschnittslähmung heilbar zu machen, erreichen.“
Heinz Kinigadner über die Entstehung des Wings for Life World Run.

„Wings for Life ist Hoffnung für alle, die mit dieser Verletzung zu tun haben.“
Heinz Kinigadner über Hoffnung.

„Dieses Symbol, als ich vor zwei Jahren aufgestanden bin und zwei Kilometer gegangen bin, das war für mich sehr wichtig, stellvertretend für alle anderen, dass man sieht, dass etwas passiert im Hintergrund. Auch wenn das sehr viel finanzielle Mittel braucht und vielleicht auch noch viel mehr Zeit braucht, aber es wird etwas gemacht. Mit dem Wings for Life World Run haben wir ganau dieses Mittel, wo wir alle Teil der Lösung sein können.“
Lukas Müller über seine Rolle als Botschafter des Wings for Life World Runs.

„Es hängt alles zusammen. Es schaut zwar aus, wie wenn jedes einzelne Rennen für sich wäre, aber am Ende des Tages läuft jeder im gleichen Rennen.“
Alexander Höller über das Konzept des Wings for Life World Runs.

„Als Betroffener ist es unglaublich schön zu sehen, dass du nicht alleine bist.“
Lukas Müller über die Unterstützung durch den Lauf.

„Wenn man teilnimmt, ist man automatisch ein Finisher und ist im selben Bewerb wie die, die 20, 30, 40, 50 oder mehr Kilometer laufen.“
Anita Gerhardter über die Teilnehmer beim Wings for Life World Run.

„Für Firmen oder Vereine gibt es keine bessere Geschichte, um alle einmal gemeinsam zu bewegen.“
Heinz Kinigadner mit einer Idee zum Wings for Life World Run.

„Ich hoffe, dass der Thomas Morgenstern heuer wieder ein bisschen trainiert und nicht nur darüber redet, weil das tut er jedes Jahr. Ich weiß, dass der Thomas es draufhat, aber er hat immer sehr viele Ausreden parat. Aber irgendwann bringe ich ihn schon dazu, dass er seine 20 Kilometer schafft.“
Lukas Müller über Thomas Morgenstern.

„Der Lauf hilft auch deswegen, dass das Bewusstsein der Leute für diese Krankheit geschärft wird. Die meisten wissen zwar, dass es diese Erkrankung gibt, aber wie einschneidend das sein kann und wie viele Leute es betrifft, wissen nicht alle.“
Dr. Claudius Thomé über die Auswirkungen des Wings for Life World Runs.

„Die Prominenten sind die Stimmen, die man am lautesten hört. Da sind wir schon sehr dankbar, dass wir von so vielen starken Persönlichkeiten so eine Unterstützung bekommen.“
Heinz Kinigadner über prominente Unterstützer.

„Es ist eine Nischenerkrankung, eine seltene Erkrankung. Das wird so definiert, wenn weniger als fünf von 10.000 Menschen betroffen sind. Da fließen kaum öffentliche Gelder und die Pharmaindustrie ist erst gar nicht interessiert. Im Falle von Querschnittslähmung haben 250.000 Frischverletzte jedes Jahr auf der ganzen Welt, aber diese Anzahl an Betroffenen ist zu gering, als man da wirtschaftlich Gewinne erwarten kann. Deshalb ist es so wichtig, dass es private Initiativen wie Wings for Life gibt, denn ohne unser Zutun bewegt sich im wahrsten Sinne des Wortes gar nichts.“
Anita Gerhardter über fehlende öffentliche Gelder.

„Ich bin das erste Mal in einem Rollstuhl gesessen und es war extrem interessant und beeindruckend, wie alle, die im Rollstuhl sitzen, das meistern. Wir waren in Madrid, wo es viele Hindernisse gibt und es auch sehr hügelig ist. Solche Hindernisse fallen dir gar nicht auf, wenn man geht. In Restaurants reinkommen, Kopfsteinpflaster, in die U-Bahn-Station einsteigen. Da ist es mir sehr bewusst geworden, wie einschneidend das ist.“
Dominic Thiem über seine Erfahrungen in einem Rollstuhl.

„Man hat sich immer vorgestellt, dass es eine Wunderdroge gibt und dann ist alles erledigt. Das wird wahrscheinlich nie so sein, weil es werden immer viele kleine Schritte sein. Das macht die Forschung natürlich sehr schwer.“
Dr. Claudius Thomé über die Komplexität.

„Wir haben schon in vielen Bereichen Teilerfolge erzielt. Es geht jetzt darum, diese zu kombinieren.“
Dr. Claudius Thomé über ein Ende.

„Im Rollstuhl sitzen und nicht mehr gehen können, ist nur ein Teil davon. Es ist so viel mehr, was noch viel schlimmer ist als das Nichtgehen können. So eine Verletzung ist schon eine sehr harte Prüfung.“
Heinz Kinigadner über Querschnittslähmung.

„Wir haben das Privileg, wir können laufen, und dann werde ich nicht jammern, wenn mir einmal die Füße wehtun. Solche Menschen wären froh, wenn ihnen die Beine wehtun würden.“
Andreas Goldberger über seinen Antrieb beim Wings for Life World Run.

„In den Erstgesprächen mit Angehörigen von Frischverletzten ist so viel Verzweiflung, so viel Schmerz, so viel Leid, aber auch so viel Hoffnung und so viel Vertrauen in unsere Arbeit. Dieses Vertrauen dürfen wir nicht enttäuschen.“
Anita Gerhardter über ihre Motivation.

„Ich bin noch nie länger als zehn Kilometer gelaufen in meinem Leben. Man sagt, dass man pro Satz einen Kilometer läuft. Selbst bei einem Fünf-Stunden-Match sind es fünf bis fünfeinhalb Kilometer. Deshalb will ich die zehn Kilometer brechen und 15 setze ich mir als Ziel.“
Dominic Thiem hat beim Wings for Life World Run am 4 Mai viel vor.

„Weltweit herrscht eine super Energie bei dem Run. Eine unglaublich positive Stimmung. So bringt man die meiste Aufmerksamkeit auf das wichtige Thema.“
Dominic Thiem über die Euphorie beim Wings for Life World Run.

SKI NORDISCH

„Es ist leider etwas größer geworden, als ich es befürchtet habe. Ich hoffe, dass wir jetzt gemeinsam dieses Tal durchschreiten und etwas daraus lernen und dann wieder das Skispringen so präsentieren können, wie es sich es verdient hat.“
Werner Schuster über den Anzugskandal von Trondheim.

„Man darf jetzt nicht nur drauf hauen auf die Norweger. Die haben jetzt wirklich Fehler gemacht und Grenzen überschritten, die man niemals überschreiten hätte dürfen. Die ganze Skisprungfamilie muss zusammenrücken. Wenn ich höre, dass in Norwegen keine Wettbewerbe mehr stattfinden sollen. Norwegen ist ein Traditionsland. Wir dürfen die nicht verlieren.“
Werner Schuster über den Umgang mit der Skisprungnation Norwegen.

„Eine Disqualifikation ist nicht gleich ein Betrug. Definitiv nein.“
Lukas Müller über Manipulation im Sport.

„Es bringt einen schlechten Ruf auf das Skispringen, weil man jetzt denkt, dass man nur gut sein kann, wenn man mit dem Material betrügt.“
Andreas Goldberger über den verlorenen Ruf des Skisprungsports.

„Vielleicht ist es jetzt ein Neustart und die Chance, jetzt einmal wirklich alles zu überdenken. Auch von der FIS alles zu überdenken, das Kontrollsystem zu überdenken und vielleicht härtere Strafen auszusprechen, dass die Athleten gar nicht in die Versuchung kommen, übers Limit zu gehen. Wenn du härter bestraft wirst mit Wettkampfsperren, dann kann man eindämmen.“
Andreas Goldberger bringt Verbesserungsvorschläge ein.

„Wir waren vor einigen Jahren noch die große Skisprungfamilie, wo alle zusammengeholfen haben und wo alle für den Sport waren. Jetzt ist es eigentlich so, dass jeder jeden irgendwie aushören will oder austricksen will.“
Andreas Goldberger über das Klima in der Szene.

„Man weiß, wenn man kein gutes Material hat, hat man keine Chance, aber das Material alleine fliegt auch noch immer nicht.“
Andreas Goldberger will den Athleten wieder mehr in den Fokus stellen.

„Man ringt natürlich um jeden Zentimeter und um jeden Zentimeter Fläche. Es ist ein hochtechnologischer Sport.“
Werner Schuster über den Skisprungsport.

„Warum entsteht so ein Video? Es ist ja verboten, so ein Video zu machen. Der Frust innerhalb der Szenerie war so groß, dass man sich nicht mehr vertraut hat.“
Werner Schuster über das Video, das zum Anzugskandal führte.

„Wenn jetzt einer kürzer oder weiter springt, dann sagt man gleich, dass der etwas hat oder etwas nicht mehr hat. Da zieht man dann die falschen Schlüsse. Das Vertrauen muss man jetzt wiederherstellen, dass man sagt, hey, der muss auch durch die Kontrolle und es passt alles.“
Werner Schuster wünscht sich mehr Vertrauen in die Kontrollinstanzen.

Titelbild:© © ServusTV / Johannes Jank

Über den Autor

Dr. Rainer Hilbrand
Medieninhaber u. Geschäftsführer

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