In der Steiermark war im Vorjahr jeder 4. Verkehrstote ein Motorradfahrer

(ttl) VCÖ: In der Steiermark war im Vorjahr jeder 4. Verkehrstote ein Motorradfahrer
(utl1) VCÖ: Nicht angepasste Geschwindigkeit Hauptunfallursache
(utl2) VCÖ: Gleiten statt rasen, keine riskanten Überholmanöver, aufmerksam fahren 

VCÖ (Wien, 27. März 2025) – Im Vorjahr kamen 17 Menschen mit dem Motorrad bei Verkehrsunfällen in der Steiermark ums Leben, um sechs weniger als im Jahr 2023, informiert die Mobilitätsorganisation VCÖ. Insgesamt waren 61 Verkehrstote zu beklagen. Eine aktuelle VCÖ-Analyse auf Basis von Daten der Statistik Austria zeigt, dass in den vergangenen Jahren 85 Prozent der tödlichen Motorradunfälle auf Freilandstraßen passierten. Bei jenen tödlichen Motorradunfällen, die laut Polizei von den Motorradfahrern verursacht wurden, war nicht angepasste Geschwindigkeit, die Hauptursache. Bei den von Unfallgegnern verursachten tödlichen Motorradunfällen war Vorrangverletzung die häufigste Unfallursache. Der VCÖ fordert verstärkte Maßnahmen, um die Sicherheit beim Motorradfahren zu erhöhen. 

Die Motorradsaison beginnt. Die Mobilitätsorganisation VCÖ hat die Motorradunfälle der vergangenen Jahre analysiert. Im Zeitraum 2021 bis 2024 kamen 61 Menschen mit dem Motorrad bei Verkehrsunfällen in der Steiermark ums Leben. 85 Prozent der tödlichen Motorradunfälle passierten auf Freilandstraßen, 13 Prozent im Ortsgebiet und der Rest auf Autobahnen und Schnellstraßen. Eine Detail-Analyse des VCÖ auf Basis von Daten der Statistik Austria für den Zeitraum 2021 bis 2023 zeigt, dass sich 84 Prozent der tödlichen Motorradunfällen auf Freilandstraßen auf Abschnitten mit Tempolimit 100 ereigneten. 

Weiteres Ergebnis: 82 Prozent der tödlichen Motorradunfälle im Zeitraum 2021 bis 2023 wurden laut Polizei von Motorradfahrern verursacht.36 Motorradfahrer kamen dabei ums Leben. Das Tempo war dabei die Hauptunfallursache, wie die VCÖ-Analyse zeigt. 61 Prozent dieser tödlichen Unfälle passierten wegen nicht angepasster Geschwindigkeit. Zweithäufigste Ursache war Unachtsamkeit mit 19 Prozent, die dritthäufigste Unfallursache Überholen mit elf Prozent. 

Acht Motorradfahrer verloren zwischen 2021 und 2023 bei Verkehrsunfällen ihr Leben, die von den Unfallgegnern verursacht wurden, informiert der VCÖ. Vorrangverletzung war die Hauptursache, nämlich bei fünf dieser tödlichen Unfälle, jeweils ein tödlicher Unfall wurde durch Unachtsamkeit, zu hohes Tempo und Alkohol ausgelöst. 

“Bei der Verkehrssicherheitsarbeit ist stärker auf die Hauptunfallursachen zu fokussieren. Gerade auf den gefährlichen Freilandstraßen kann mit Tempolimit 80 statt 100, verstärkten Geschwindigkeitskontrollen und dem Rückbau von Raserstrecken insgesamt die Zahl schwerer Unfälle reduziert und Menschenleben gerettet werden”, stellt VCÖ-Expertin Katharina Jaschinsky fest. Zudem ist die Aufmerksamkeit im Straßenverkehr zu erhöhen. Unfälle durch Vorrangverletzung stehen auch im Zusammenhang mit Unachtsamkeit. “Wenn Motorradfahrer übersehen werden, zeigt das, dass das Bewusstsein zu schärfen ist, dass beim Lenken von Kfz die volle Aufmerksamkeit auf das Verkehrsgeschehen zu richten ist. Beim Linksabbiegen ist der Schulterblick unverzichtbar. Und so wie “Don’t drink & drive” ist auch das Motto “Don’t use your phone & drive” zu beherzigen”, erklärt VCÖ-Expertin Katharina Jaschinsky. 

Im drei Jahreszeitraum 2021 bis 2023 wurden zudem 727 Motorradfahrerinnen und Motorradfahrer bei Verkehrsunfällen in der Steiermark schwer verletzt. Während bei den tödlich Verunglückten 95 Prozent Männer waren, war der Anteil der Männer bei den Schwerverletzten mit 85 Prozent niedriger und bei den leicht Verletzten mit 79 Prozent am niedrigsten, wie die VCÖ-Analyse zeigt. Mit dem Tempo steigt das Risiko schwer oder gar tödlich verletzt zu werden. 

Durch das Fahrverhalten kann man das Unfallrisiko und die Unfallschwere reduzieren, erinnert der VCÖ: Tempolimits unbedingt einhalten, keine riskanten Überholmanöver, das Motto “gleiten statt rasen” beherzigen, mit voller Aufmerksamkeit fahren, in Kurven besonders achtsam sein.

Die am stärksten betroffene Altersgruppe bei tödlichen Motorradunfällen sind 50- bis 64-Jährige: 31 Prozent der zwischen 2021 und 2024 in der Steiermark tödlich verunglückten Motorradfahrer waren zwischen 50 und 64 Jahre. 30 Prozent der Todesopfer waren zwischen 31 und 49 Jahre, 21 Prozent waren 30 Jahre oder jünger und 18 Prozent gehörten der Generation 65 plus an, so die VCÖ-Analyse. 

Rückfragen: VCÖ-Kommunikation, Christian Gratzer (0699) 18932695

VCÖ: In den vergangenen vier Jahren 61 tödliche Motorradunfälle in der Steiermark

Jahr 2024: 17 tödlich verunglückte Motorradfahrer

Jahr 2023: 23 

Jahr 2022: 10

Jahr 2021: 11

Zeitraum 2021 – 2024: 61 Todesopfer
Quelle: Statistik Austria, BMI, VCÖ 2025

VCÖ: 80 Prozent der tödlichen Motorradunfälle auf Freilandstraßen (Unfallort der tödlichen Motorradunfälle 2021 – 2024) 

Autobahnen und Schnellstraßen: 1,6 Prozent (1 Todesopfer)

Ortsgebiet: 13,2 Prozent(8 Todesopfer)

Freilandstraßen: 85,2 Prozent (52 Todesopfer)

Quelle: Statistik Austria, VCÖ 2025

VCÖ: 82 Prozent der tödlichen Motorradunfälle von Motorradfahrern verursacht (Anteil Motorradfahrende laut Polizei als Hauptunfallverursacher)

Jahr 2023: 78 Prozent (18 Todesopfer)

Jahr 2022: 90 Prozent (9 Todesopfer)

Jahr 2021: 82 Prozent (9 Todesopfer)
Zeitraum 2021 – 2023: 82 Prozent (36 Todesopfer)
Quelle: Statistik Austria, VCÖ 2025

VCÖ: Nicht angepasste Geschwindigkeit Hauptursache tödlicher Motorradunfälle (Hauptursachen der von Motorradfahrenden verursachten tödlichen Motorradunfällen im Zeitraum 2021 bis 2023)

Nichtangepasste Geschwindigkeit: 61,1 Prozent (22 Todesopfer) 

Unachtsamkeit, Ablenkung: 19,4 Prozent (7 Todesopfer)
Überholen: 11,1 Prozent (4 Todesopfer)
Sonstige Ursachen: 8,4 Prozent (3 Todesopfer)
Quelle: Statistik Austria, BMI, VCÖ 2025

VCÖ: Vorrangverletzung Hauptursache bei tödlichen Motorradunfällen, die nicht von Motorradfahrenden verursacht wurden (Hauptursachen der nicht von Motorradfahrenden verursachten tödlichen Motorradunfällen im Zeitraum 2021 bis 2023)

Vorrangverletzung: 62,5 Prozent (5 Todesopfer)

Nichtangepasste Geschwindigkeit: 12,5 Prozent (1 Todesopfer) 

Unachtsamkeit, Ablenkung: 12,5 Prozent (1 Todesopfer) 

Alkohol am Steuer: 12,5 Prozent (1 Todesopfer)
Quelle: Statistik Austria, BMI, VCÖ 2025

Über den Autor

Dr. Rainer Hilbrand
Medieninhaber u. Geschäftsführer

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