Mit den ersten warmen Frühlingstagen und den anstehenden Osterferien beginnt für viele Menschen bereits jetzt die Bergwandersaison. Der Deutsche Alpenverein (DAV) gibt wichtige Hinweise zu Vorbereitung, Ausrüstung und Tourenplanung, um sichere und genussvolle Bergtouren zu gewährleisten.
Langsam starten nach dem Winter
„Wandern ist Sport und auch da sollte man keinen Kaltstart machen“, sagt Stefan Winter, Bergführer und DAV-Ressortleiter Sportentwicklung. Natürlich kommt es immer auf den individuellen Fitnessstand an, wie stark man sich auf die Wandersaison vorbereiten muss. Aber um gut und fit in die Saison zu starten, empfiehlt Winter „regelmäßig zwei bis drei Sporteinheiten von etwa einer Stunde pro Woche und eine Mischung aus Kraft- und Ausdauertraining. Dazu am Wochenende gerne eine längere Tour.“
Die wenigsten Menschen haben die Alpen direkt vor der Tür, aber man kann sich auch im Flachland oder im Mittelgebirge trainieren. Aufs Wandern kann man sich gut durch folgende Aktivitäten vorbereiten:
- Ausdauer: Laufen, Spazierengehen, Nordic Walking oder Hometrainer
- Kraft: sportliches Treppensteigen und Fitnessstudio
- Kraftausdauer: Fahrradfahren
Mehr Trainings-Tipps in unserem Artikel: So geht das: Fit in die Wandersaison

Passende Ausrüstung und Bekleidung
Im Schatten noch kalt, in der Sonne bereits warm, dazu teilweise Schneefelder – im Frühjahr sollten sich Wander*innen auf wechselhafte Bedingungen einstellen. Das gilt auch für Bekleidung und Ausrüstung.
Die Bekleidung sollte größere Temperaturbereiche abdecken. Handschuhe, Mütze und eine Isolationsjacke gehören unbedingt dazu. Gleichzeitig aber Kopfbedeckung, Sonnenbrille und Sonnencreme nicht vergessen. Teleskopstöcke und Grödel helfen bei der sicheren Bewältigung von Schneefeldern. Hohe und stabile Schuhe geben Halt und Gamaschen verhindern, dass Schnee in die Schuhe rutscht und man nasse Füße bekommt.
Ausrüstung prüfen, reparieren und ersetzen
Da auch die Ausrüstung oft eine Winterpause gemacht hat, sollte sie sorgfältig gecheckt werden. „Besonders die Sohlen der Wanderstiefel gilt es nach einer längeren Lagerzeit zu prüfen“, erklärt Experte Stefan Winter. Kleben die Sohlen noch fest am Schuh und ist das Profil ausreichend? „Im Zweifel sollten die Schuhe von einem Schuster neu besohlt werden. Im schlimmsten Fall löst sich die Sohle sonst bei der ersten richtigen Belastung vom Schuh“, so Stefan Winter.
Auch das Erste-Hilfe-Set sollte geprüft werden – ist alles noch vollzählig und das Verfallsdatum noch nicht erreicht? Sonst fehlt im Notfall vielleicht eine Mullbinde, weil man sie nach Gebrauch nicht aufgefüllt hat. Oder die Pflaster kleben nicht mehr, weil sie alt sind. „Ins Erste-Hilfe-Set gehört unbedingt auch eine Alu-Rettungsdecke“, sagt Stefan Winter. „Die ist klein und wiegt nicht viel. Im Notfall wickelt man sie um den Körperstamm und schützt sich so gegen Wind und Unterkühlung.“