Der Europäische Biber war in Europa und Teilen Asiens schon um 1850 fast ausgerottet. Erst durch strenge Schutzmaßnahmen und Wiederansiedlungen kam es zur Rückkehr dieses großen Nagers in seine angestammten Lebensräume.
Verbreitung
Heute findet man ihn zum Beispiel wieder in Skandinavien, Polen, Frankreich, Kroatien, Ungarn, Rumänien, Deutschland und in der Schweiz. Auch in Österreich ist der Biber wieder heimisch geworden.
Lebensraum
Der Biber ist eine Charakterart der Auen. Als eine der wenigen Tierarten, die im Stande ist, ihren Le- bensraum selbst zu gestalten, kann er unter- schiedliche Wasserlebensräume besiedeln. Grund- voraussetzungen sind die ganzjährige Wasserführung des Gewässers, grabbare Ufer und ausrei- chende Pflanzennahrung. Wasserqualität und Uferstruktur spielen eine untergeordnete Rolle. Die Nähe des Menschen stört den Biber nicht – er siedelt sich auch in Ortschaften und Industrie- gebieten an.
Beschreibung
Das größte heimische Nagetier erreicht eine Körper- länge von bis zu 140 cm, wovon auf den Schwanz bis zu 30 cm entfallen können. Der Biber kann ein Gewicht von mehr als 30 kg erreichen. Charakteris- tisch sind seine orangebraunen, selbstschärfenden, ständig nachwachsenden Schneidezähne. Das Fell des Bibers ist mit 23.000 Haaren pro cm2 sehr dicht und schützt vor Nässe und Auskühlung. Biber werden durchschnittlich zehn Jahre, ausnahmsweise bis zu 25 Jahre alt.
Biberspuren
Tagesbeobachtungen von Bibern sind selten. Indirekte Biberbeobachtungen gibt es aber immer wie- der. Das sind Biberspuren wie etwa Biberbaue und – dämme, Burgen, Nagespuren, Fraßspuren oder Trittsiegel. Sie werden auf www.naturbeobachtung.at näher beschrieben, wo auch Biberbeobach- gemeldet werden können.
7. April: Weltbibertag
Lebensweise & Biologie
Der dämmerungs- & nachtaktive Biber lebt immer inGewässernähe. Die Wohnbauten der Biber sind für
Menschen wenig auffällige, in die Böschungen gegrabene Röhren und Höhlen. Dort lebt er in Familienverbänden. Biber sind monogam, das heißt, die erwachsenen Tiere bleiben ihrem Partner ein ganzes Leben lang treu. Sie sind reine Pflanzenfresser. Im Winter ernähren sie sich von Rinde und Zweigen der Bäume. Da der Biber zu schwer für gewagte Kletterpartien in den Kronenbereich der Bäume ist, fällt er den Baum in Bodenhöhe. Der Biber hält Winterruhe. Als Vorratslager legt er vor dem Eingang seines Baus Nahrungsfloße an – eine Ansammlung von Astwerk und Zweigen.
Wissenswertes & Hinweise
Schon immer war der Biber ein begehrtes Jagdobjekt: Aus dem Pelz wurden vor allem Mäntel und Mützen angefertigt. Das moschusartig riechende Sekret aus der Präanaldrüse war auch sehr begehrt: Das „Bibergeil“ galt in der Volksmedizin als Wundermittel, dem nachgesagt wurde, dass es so gut wie alles heilen könne.
Gefährdung & Schutz
Mehr als 100 Jahre galt der Biber als ausgestorben, bevor man zwischen 1977 und 1983 die Wiederan- siedlung des Nagers wagte. Heute hat er sich wie- der große Teile seiner angestammten Reviere zu- rückerobert. Der Biber wird in den Bundesländern jagd- bzw. naturschutzgesetzlich geschützt. Er ist eine Art des Anhangs II und IV der FFH-Richtlinie. Österreich ist damit verpflichtet, den günstigen Er- haltungszustand zu gewährleisten.
Text: Julia Kropfberger, Rosemarie Parz-Gollner
www.naturschutzbund.at

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